Volkskultur neu denken

Der Lehrgang „Volkskultur neu denken“ wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien, vertreten durch  Univ.-Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber, umgesetzt. Eingebettet ist der Lehrgang in die Akademie der Kultur.Region.Niederösterreich. Er ist Teil eines  umfassenden strategischen Prozesses zur inhaltlichen Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Volkskultur Niederösterreich und richtet sich an Kulturschaffende, an Kulturverantwortliche, an Kulturinteressierte, an Multiplikatoren der Volkskultur und der Regionalkultur, an Pädagoginnen und  Pädagogen, an Vereinsfunktionärinnen und Vereinsfunktionäre.Ziel dieses Prozesses ist die zeitgemäße Positionierung der Volkskultur  Niederösterreich im 21. Jahrhundert. Diese Positionierung versteht Volkskultur als kulturelles Phänomen, das sich durch Vielfalt, Offenheit und Interaktion auszeichnet. Traditionen zu leben und gleichzeitig neue Entwicklungen zuzulassen und zu fördern, ist ein wesentlicher Grundsatz in  diesem Verständnis. 

Das Programm gibt es hier zum Download.

Modul 1 

Samstag, 28.03.2026
10.00–18.00 Uhr

Von der Volkskunde zur Empirischen Kulturwissenschaft 
Einblicke in Wissenschaftsgeschichte als Gesellschaftsgeschichte

Das Modul vermittelt Grundwissen über die Entstehungsgeschichte der Volkskunde im Zuge wachsenden Interesses am „Volk“ im 19. Jahrhundert sowie das heutige Fachverständnis. Besonderes Augenmerk wird auf  den Kultur- und Volksbegriff sowie aktuelle Perspektiven der Kulturanalyse gelegt. Darüber können die Teilnehmenden volkskulturelles  Engagement und Themen besser einordnen und lernen Kultur wissenschaftlich fundiert zu verstehen.

Vortragender
Jens Wietschorke, 
Ethnologe am Institut für Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie an der Universität München

Modul 2 

Samstag, 11.04.2026
10.00–18.00 Uhr

Heimat, Brauch, Tradition, Kulturerbe
Begriffe im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Gebrauch

Dieses Modul soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dabei helfen, die  behandelten Begriffe in ihrer Bedeutungsvielfalt und ihrem Wandel zu verstehen und bewusst zu verwenden, um damit ihre oft herausfordernde Brücken- und Vorbildfunktion in der Kulturvermittlung und im gesellschaftlichen Diskurs möglichst kompetent ausfüllen zu können. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, das Konzert von „Domo Emigrantes“ im Haus der Regionen zum ermäßigten Preis (10% Ermäßigung auf den  Vorverkaufspreis) zu besuchen (Beginn: 19.30 Uhr).

Vortragende
Michael Greger, 
Europäischer Ethnologe und Leiter des Salzburger Landesinstituts für Volkskunde
Klaus Schönberger, Professor für Kulturanthropologie am Institut für Kulturanalyse an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/Celovec

Modul 3 

Samstag, 30.05.2026
10.00–18.00 Uhr

(Volks)Musik

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfassen die Dynamik der Volksmusik in ihren fließenden Grenzen und Einflüssen sowie die Problematik eines allgemeingültigen Verständnisses dieser musikalischen Erscheinungsform. Sie erwerben die Fähigkeit, „Volksmusik“ im Spannungsfeld zwischen Wertschätzung und Kommerzialisierung einzuordnen. Sie erkennen den Wert des Regionalen und entwickeln Neugier und Toleranz neuen Einflüssen gegenüber in einer globalisierten Welt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, das Konzert von „Faltenradio“ im Haus der Regionen zum ermäßigten Preis (10% Ermäßigung auf den Vorverkaufspreis) zu besuchen (Beginn: 19.30 Uhr).

Vortragende
Marko Kölbl, 
Musiker, Sänger, Leiter des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der mdw
– Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Volker Gallasch, Musikvermittler, Musikpädagoge, „Erlebnis Musik"
Dieter Schickbichler, Musiker, Lehrbeauftragter an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Modul 4 

Samstag, 20.06.2026
10.00–18.00 Uhr

(Volks)Tanz

In diesem Modul lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Kulturphänomen Volkstanz in Theorie und Praxis kennen. Es wird erklärt, was unter „Alpenländischem Volkstanz“ verstanden wird, und seine Beziehung zu anderen traditionellen Tanzformen aufgezeigt. Das Wechselspiel zwischen Volkstanz, höfischem Tanz und Standardtanz war eine wesentliche Komponente für die Entwicklung dieser Tanzformen. Besonderes Augenmerk wird auf die Entwicklung der Volkstanzszene in Niederösterreich gelegt. Neben den theoretischen Inhalten wird es auch Raum und Zeit geben, um eigene (erste) volkstänzerische Praxiserfahrungen zu sammeln.

Vortragende
Franz Steininger, 
Volkstänzer, Volksmusikant, Chorsänger, Tanzforum Niederösterreich
Volker Gallasch, Musikvermittler, Musikpädagoge, „Erlebnis Musik“
Simon Wascher, Musiker, Tänzer und professioneller Drehleierspieler

Modul 5 

Samstag, 27.07.2026
10.00–18.00 Uhr

Kleidung und Tracht

Das Modul führt in die Geschichte des Begriffs „Tracht“ ein. In früheren Zeiten meinte „Tracht“ noch so ziemlich alles Tragbare und wurde lange Zeit auch nicht mit der „Mode“ kontrastiert. In der Moderne verengte sich der Begriff jedoch auf Vorstellungen einer vermeintlich vormodernen,
vorwiegend ländlich-bäuerlichen, regionale Unterschiede anzeigenden Kleidung. Das Modul behandelt die Geschichte der Trachtenbewegung in Niederösterreich und reflektiert die Bedeutung von Tracht in der Gegenwart. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren, wie die
Wissenschaft „Tracht“ im Laufe der Zeit thematisierte und gibt einen Einblick über neuere Forschungen.

Vortragende
Reinhard Bodner, 
Empirischer Kulturwissenschaftler/Kulturanthropologe
Nina Kainz, Studentin der Europäischen Kulturwissenschaftlerin und Dirndlschneiderin
Johanna Scherz, Schneidermeisterin

Information & Anmeldung: Über den Link https://www.volkskulturnoe.at/weiterbildung/anmeldung-lehrgang-volkskultur-neu-denken/; Tel.: +43 2742 85015, E-Mail: weiterbildung@volkskulturnoe.at. Ihre Anmeldung wird bis spätestens 21. März 2026 erbeten.
Veranstaltungsort: Haus der Regionen, Donaulände 56, 3500 Krems-Stein
Abschlusszertifikat: Der Lehrgang umfasst insgesamt fünf Module. Für die erfolgreiche Absolvierung des Lehrgangs wird ein Zertifikat ausgestellt.
Kosten: EUR 280,-. In den Kosten enthalten: Seminarbetreuung, Kosten für Vortragende, Unterlagen.

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