Die gemeinsame Kraft der Regionalkultur und der Erwachsenenbildung

Die gemeinsame Kraft der Kultur- und der Bildungsverantwortlichen in den Gemeinden Niederösterreichs stand beim zweiten Vernetzungstreffen der Kultur.Region.Niederösterreich im Mittelpunkt. Gemeinsam mit ihrem Tochterbetrieb, dem BhW Niederösterreich, konnte die Dachmarke für Regionalkultur und Erwachsenenbildung Kulturverantwortliche sowie Bildungsgemeinderätinnen und Bildungsgemeinderäte aus 50 Gemeinden aus ganz Niederösterreich auf der Schallaburg begrüßen.

Unter dem Titel „Zielgruppen im Fokus. Menschen erreichen, Beteiligung stärken." ging es neben der essenziellen Vernetzung und der Wertschätzung um das Wirken der Kulturverantwortlichen und Bildungsverantwortlichen in den 573 Gemeinden. So sind sie die Ermöglicherinnen und Ermöglicher von regionaler Kultur und Erwachsenenbildung, die wiederum wesentliche Faktoren für eine gelingende Gemeinschaft sind. Landesrat Anton Kasser unterstrich beim Treffen wertschätzend die unermüdliche Arbeit in ganz Niederösterreich: „Bildung und Kultur schaffen Begegnung, stärken den Zusammenhalt und eröffnen neue Chancen für Jung und Alt. Mit eurem Engagement fördert ihr den Austausch vor Ort, stärkt das Miteinander und schafft einen wertvollen Ausgleich zur zunehmend digitalen Welt. Danke für euren Einsatz und den Mut, immer wieder neue Ideen umzusetzen!“

Das mittlerweile zweite Treffen dieser Art wurde aufgrund großen Interesses nach  der ersten Zusammenkunft im Juni veranstaltet. Damit erreichten die Kultur.Region.Niederösterreich und das BhW Niederösterreich in diesem Jahr Verantwortliche aus gut 100 Gemeinden. Auch beim zweiten Vernetzungstreffen hielten Julia Ramsmaier und Theresa Edtstadler-Kulhanek hörenswerte Keynotes. Während erstere als Expertin für strategische Kommunikation über „Durch eine klare Vision begeistern“ sprach und die Anwesenden motivierte, ermunterte Edtstadler-Kulhanek als Vizebürgermeisterin und geschäftsführende Gemeinderätin für Finanzen, Kultur, Gemeinwesen in Kaltenleutgeben mit ihrem Vortrag „Von 0 auf 100. Engagement in Kaltenleutgeben".

Mut durch gute Beispiele

Einen weiteren Anreiz für die eigenen Kultur- und Bildungsarbeit in der Gemeinde boten die vorgestellten „Good Practice“-Beispiele aus Gmünd, St. Bernhard-Frauenhofen und Scheibbs.

Maximilian Zeller und Alexandra Woller stellten den Kulturverein Proberaum Scheibbs vor, der erste Anlaufstelle ist für Musikerinnen und Musiker, die Raum zum Proben und Auftreten suchen, sowie auch Konzerte und Workshops veranstaltet und das Festival Intertonale geschaffen hat. „Die Gemeinde hat uns von Anfang an unterstützt, mit Räumlichkeiten, vor allem aber auch mit Zulassen und Aushalten, wenn es einmal lauter und länger geworden ist. Der Proberaum hat etwa auch eine eigene Rubrik in der Kulturbroschüre der Stadt“, erzählt Alexandra Woller. Der Zugang zum Verein sei offen, betont Obmann Maximilian Zeller: „Wir wählen jedes Jahr den Vorstand neu, da kann man problemlos nach einem Jahr sagen, ‚das ist doch nichts für mich‘, das bedeutet auch, dass sich Zugänge, Schwerpunkte verändern können und flexibel bleiben.“

Das BHW St. Bernhard-Frauenhofen wurde im April 2025 von Gemeinderätin Nicole Nosek und sechs weiteren Frauen gegründet. Der Verein darf auch auf Unterstützung der Gemeinde zählen: „Wir dürfen mehrere Dorfgemeinschaftshäuser gratis benutzen, ebenso wie deren Kommunikationskanäle, etwa über WhatsApp.“ Nosek ist überzeugt: „Für das Ehrenamt braucht man sehr viel Leidenschaft und Engagement. Bei uns setzen alle ihre Begabungen und Skills für unterschiedliche Arbeiten ein, die sich so auf vielen Schultern verteilen.“

Die Subetasch in Gmünd ist ein Verein zur Förderung antikommerzieller Kunst und Subkultur mit Ateliers, Studio, Proberäumen und Treffpunkt. Der Verein ist auch Veranstalter des Festivals Progress, das im Waldviertler Hoftheater eine Bühne für elektronische und experimentelle Musik bietet. Gründungsmitglied Johannes Bode beschreibt die Subetasch als Freiraum und Spielraum, wo nicht immer alles durchgeplant sein muss und Dinge auch passieren können – und gerade deshalb viel Kreatives entsteht. Auch er betont die Wichtigkeit des Raumes und die Unterstützung durch die Gemeinde: „Wir hatten in den Anfangsjahren einen Raum mitten in der Stadt, wo wir präsent waren und man einfach vorbeikommen konnte – von der Gemeinde ohne Miete zur Verfügung gestellt, wir mussten nur die Betriebskosten übernehmen.“

„Regionalkultur und Erwachsenenbildung gehören zusammen“

Nach einem Praxislabor zum Ausprobieren, Diskutieren und Vertiefen des Gehörten gab es eine Highlight-Führung durch die Schallaburg-Ausstellung "80er. Grenzen waren gestern".

Martin Lammerhuber, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, fasste die positive Stimmung beim Netzwerktreffen auf der Schallaburg zusammen und unterstrich die Wichtigkeit der Gemeinsamkeit: „Regionalkultur und Erwachsenenbildung gehören zusammen. Sie gehören auch zusammen gedacht und gefördert, weil sie die Basis des Kulturlandes Niederösterreich sind.“

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