Mit Vision und Engagement zu erfolgreicher Kultur- und Bildungsarbeit

Vernetzung und Wertschätzung standen im Mittelpunkt des Treffens der Kulturverantwortlichen sowie der Bildungsgemeinderätinnen und Bildungsgemeinderäte in Niederösterreich. Die kommunalen Verantwortungsträger und Ermöglicher für die Kulturarbeit und die Erwachsenenbildung stimmten sich auf der Schallaburg gemeinsam auf Visionen, Strategien und Zielgruppenarbeit ein. „Kultur und Bildung in den Gemeinden ist die stärkende Kraft in herausfordernden, besonderen Zeiten. Die Kultur- und Bildungsverantwortlichen sind Ankerpunkte, Mut- und Frohmacher, nicht zu warten, dass etwas passiert, sondern dass man selbst tut und dass man Bedürfnisse und Angebote vernetzt“, betonte Kultur.Region.Niederösterreich-Geschäftsführer Martin Lammerhuber beim Treffen.

Der Titel des Treffens „Zielgruppen im Fokus. Menschen erreichen, Beteiligung stärken“ verwies auf die größte Herausforderung, die Kulturgemeindemandatarinnen und -mandatare, Kulturamtsleiterinnen und -leiter sowie die Bildungsgemeinderätinnen und Bildungsgemeinderäte in ihren Gemeinden sehen: Wie schafft man es im Zeitalter omnipräsenter Unterhaltungsmöglichkeiten neue, jüngere Zielgruppen anzusprechen und im Idealfall zum Mitwirken im Gemeindeleben bewegen? Kleine Vereine wie große Institutionen schaffen es zwar durchaus, Interesse für ihre Tätigkeiten zu wecken. Sie haben aber Probleme mit der Verjüngung und mit konkretem Engagement.

Visionen und vereine Kräfte für deinen eigenen Ort

Um Menschen zu erreichen, braucht es eine klare Vision, ist Medien- und Social-Media-Profi Julia Ramsmaier überzeugt, die beim Treffen in ihrer Keynote internationale Beispiele präsentierte und darstellte, wie der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani oder der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar es geschafft haben, ihre Vision durch Social Media-Arbeit unter die Menschen zu bringen. „Eine Veranstaltung kann temporär eine Vision erfüllen, wenn man sich schon im Vorfeld fragt: Was soll nach der Veranstaltung anders sein?“ Auch im Gemeindeleben könne man sich die Frage stellen, was die Superkraft der Menschen vor Ort sei – und daraus Veranstaltungsformate ableiten, welche die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellen. „Zugehörigkeit kann man planen: Nimm dein Handy und rede darüber, was die Leute in deiner Region interessiert – und nicht darüber, wo du grad bist und was du grad machst.“ Wichtig sei nicht perfekt gestalteter Content, sondern die rohe, echte Message – gerade in Zeiten der KI.

Theresa Edtstadler-Kulhanek, Vizebürgermeisterin von Kaltenleutgeben und selbst einstige Zuzüglerin, erzählte in ihrem Vortrag, wie es in ihrer Gemeinde mit vereinten Kräften gelang, das Vereinsleben im Ort durch Initiativen wie Chor, Kinderchor, Faschingsverein und Eltern-Kind-Zentrum wiederaufleben zu lassen. „In der Zwischenzeit wissen die Leute, die im Ort etwas auf die Beine stellen wollen, dass sie bei mir Hilfe bekommen. Ich bin eine Ermöglicherin.“ Neue engagierte Personen findet sie bei Jung-Pensionistinnen und -Pensionisten. „Deren neues Hobby muss die Gemeinde werden. Am besten bevor sie anfangen, Golf zu spielen.“

„Wichtig, sich selbst auf die Beine zu stellen“

Im Rahmen der intensiven Vernetzungsgespräche tauschten sich die Kultur- und Bildungsverantwortlichen aus und sprachen über ihre Rollen, Erfahrungen und Strategien. Die Rolle als Ermöglicherin und Ermöglicher könne man auch über Mundfunk und Social Media erfüllen, betonte etwa Aschbach-Markts Vizebürgermeisterin Christa Dorner. Sie ruft zum gemeinsamen Anpacken und auch Werben auf: „Fürs Kulturbudget ist nie viel über. Umso wichtiger ist es, sich auf die Beine zu stellen und positiv über Erreichtes zu sprechen. Und da müssen alle im Team mitmachen, im persönlichen Kontakt wie auf Social Media.“

Bildungsgemeinderätin Ingrid Haiden aus Wöllersdorf-Steinabrückl besucht Menschen gern bei ihren Jubiläen, weil man da so viel über das Leben und die Wünsche der Menschen erfahre. „Bei Veranstaltungen im Jahreskreis – vom Adventkranzbinden bis zu kulinarischen Nachmittagen – entstehen genau diese wertvollen Begegnungen. Offenheit und gemeinsames Erleben, etwa auch bei Konzerten mit unseren „prima la musica“-Preisträgerinnen und -Preisträgern, machen Bildung und Gemeinschaft lebendig.“

Ihr Rollenverständnis als Verantwortliche für Kulturarbeit und Bildung in ihren Gemeinden vertieften die Teilnehmenden auch in einem Praxislabor mit vier Stationen zu passenden Kommunikationskanälen, zum Erkennen von Zielgruppen, zu konkreten Videos für Bewerbung und zu Beispielen gelungener Kultur- und Bildungsarbeit. Das Treffen rundete zudem ein gemeinsamer Besuch der Schallaburg-Ausstellung „80er. Grenzen waren gestern“ ab.

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